Wie eine energetische Fassade wirkt
Über eine ungedämmte Außenwand entweicht ein erheblicher Teil der Heizwärme. Die Dämmung legt sich wie eine geschlossene Hülle um das Gebäude und senkt den U-Wert — die Kennzahl für den Wärmeverlust je Quadratmeter. Ein niedriger U-Wert bedeutet: weniger Heizenergie für dieselbe Raumtemperatur. Der Effekt ist dreifach:
- Weniger Heizkosten: geringerer Wärmeverlust senkt den Energieverbrauch dauerhaft.
- Mehr Komfort: warme Wandoberflächen statt kalter Außenwände, keine Zugluft, weniger Schimmelrisiko.
- Höherer Gebäudewert: eine bessere Energieeffizienzklasse steigert Markt- und Wiederverkaufswert.
- Weniger CO₂: geringerer Verbrauch bedeutet direkt weniger Emissionen.
Die Verfahren im Überblick
Zwei Systeme dominieren die energetische Fassade — dazu die serielle Vorfertigung als moderne Umsetzung:
- WDVS (Wärmedämm-Verbundsystem): Dämmplatten werden auf die Wand geklebt/gedübelt und verputzt — das verbreitetste und meist günstigste Verfahren.
- Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF): eine Unterkonstruktion trägt eine Bekleidung mit Luftschicht dahinter — robust, langlebig, gestalterisch flexibel.
- Serielle Fassade: gedämmte Elemente werden im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert — schnell, wetterunabhängig, mit Festpreis.
Ablauf einer energetischen Fassadensanierung
Vom ersten Blick aufs Gebäude bis zur fertigen Fassade sind es fünf Schritte:
- Aufnahme & Analyse: Zustand, Fläche und Wärmebrücken werden erfasst (bei SSR digital per Aufmaß).
- Planung & Förderung: Dämmstandard und Verfahren werden festgelegt, der Förderweg berechnet.
- Antrag: Förderung vor Baubeginn beantragen (KfW/BAFA), Zusage abwarten.
- Ausführung: Dämmung anbringen bzw. vorgefertigte Elemente montieren, Fenster-Anschlüsse und Oberfläche herstellen.
- Übergabe & Nachweise: Fachunternehmererklärung und Unterlagen für die Förderung.
Was sie kostet und bringt
Eine komplette serielle Fassadensanierung liegt 2026 bei 850–1.300 €/m² Fassadenfläche, die herkömmliche Sanierung vor Ort bei bis zu 1.600 €/m² — jeweils energetisch auf Effizienzhaus-Niveau. Über KfW/BAFA sinkt der Eigenanteil um 15–45 %. Dem stehen dauerhaft niedrigere Heizkosten, ein höherer Gebäudewert und mehr Wohnkomfort gegenüber. Wie stark der Effekt bei Ihrem Gebäude ausfällt, hängt vom Ausgangszustand ab — SSR bewertet das kostenlos.